E-Zigaretten, auch Verdampfer oder Vapes genannt, erfreuen sich wachsender Beliebtheit, besonders unter Jugendlichen. Doch Experten betonen zunehmend die mit dem Konsum verbundenen Risiken für die Mundgesundheit. Studien zeigen, dass Nutzer dieser Geräte ein signifikant höheres Risiko für Karies und Parodontalerkrankungen aufweisen.
Haus-, Zahn- und Kinderärzte werden dazu aufgerufen, verstärkt über die langfristigen Auswirkungen des Dampfens auf die Zahngesundheit zu informieren. Eine Untersuchung, die im Journal of the American Dental Association veröffentlicht wurde, liefert deutliche Hinweise darauf, dass Nutzer von E-Zigaretten anfälliger für Zahnprobleme sind.
Seit der Einführung von E-Zigaretten im Jahr 2007 hat sich ihr Konsum rapide verbreitet. Eine Umfrage aus dem Jahr 2019 ergab, dass 15,7 % der Jungen und 8,8 % der Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren in Deutschland mindestens einmal eine E-Zigarette ausprobiert hatten.
Die Grundlage der aktuellen Erkenntnisse bildet eine umfangreiche Studie, die zwischen 2019 und 2021 durchgeführt wurde. Dr. Karina Irusa von der Tufts University in Boston, Hauptautorin der Studie, untersuchte gemeinsam mit ihrem Team die Gesundheitsdaten von 13.216 Patienten im Alter von 16 bis 40 Jahren. Allen Teilnehmern wurde Zahnkaries diagnostiziert und haben eine Einschätzung ihres Kariesrisikos erhalten. Zudem wurde in einem Fragebogen erfasst, ob sie E-Zigaretten konsumieren. Die Daten umfassten Informationen zu Zahnläsionen, durchgeführten Kariesbehandlungen, Plaquebildung sowie Hygienemängeln wie unzureichendem Zähneputzen. Auch Angaben zu Freizeitdrogenkonsum und Naschgewohnheiten wurden erhoben.
Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Von denjenigen, die angaben, E-Zigaretten zu konsumieren, wiesen 79 % ein hohes Kariesrisiko auf. Im Vergleich dazu lag dieser Wert bei Personen ohne Dampferfahrung bei 60 %. Die in den Liquids enthaltenen Substanzen fördern laut Studien nicht nur die Entstehung entzündlicher Reaktionen, sondern beeinflussen auch das orale Mikrobiom negativ.
„Alle Bestandteile des Dampfens begünstigen das übermäßige Wachstum von Karies verursachenden Bakterien“, erklärt Dr. Jennifer Genuardi, Internistin und Kinderärztin am Urban Health Plan in New York City. Sie war zwar nicht direkt an der Studie beteiligt, betont jedoch die Bedeutung der Forschungsergebnisse.
Dr. Irusa empfiehlt, Angaben zum Rauchverhalten in standardisierte Anamnesebögen für zahnmedizinische Untersuchungen aufzunehmen. Sie betont: „Schwere Formen von Karies beeinträchtigen nicht nur das Essverhalten, sondern können auch das Aussehen und das Selbstwertgefühl stark negativ beeinflussen.“
Dr. Genuardi sieht in den Ergebnissen zudem eine Chance für die Präventionsarbeit bei Jugendlichen: „Viele junge Menschen meiden den Zahnarzt, insbesondere wenn Füllungen notwendig sind. Dieses unangenehme Erlebnis könnte als abschreckendes Beispiel genutzt werden, um das Dampfen unattraktiver zu machen.“ Sie weist darauf hin, dass die Industrie gezielt Jugendliche als Zielgruppe anspricht und daher ein solch praktischer Ansatz wirkungsvoll sein könnte.
Die Studie unterstreicht, dass es dringend erforderlich ist, das Dampfen als ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko – insbesondere für die Zahngesundheit – anzuerkennen und entsprechende Aufklärungsstrategien zu entwickeln.
Quelle: medscape.com
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